Zerlegung der Gewerbesteuer

 

 

Hat ein Unternehmer mehrere Betriebsstätten in verschiedenen Städten, muss er eine Zerlegung der Gewerbesteuer vornehmen.

 

Die Gewerbesteuer wird durch den gewerbesteuerlichen Gewinn ermittelt. Diese Gewerbesteuer kommt den Städten zu.
Hat ein Unternehmen aber mehrere Betriebsstätten, muss dieser Gewinn auf die Städte aufgeteilt werden. Es geht nämlich nicht darum, wie hoch der Gewinn in der jeweiligen Stadt ist, sondern wie hoch der Gesamtgewinn des Unternehmens ist. Die Aufteilung erfolgt über die Lohnsummen der Betriebstätten.

Eine berechtigte Frage ist natürlich: Warum ist das so?
Würde der Gewinn der einzelnen Betriebsstätte zählen, würde sich Unternehmen für den Vertrieb immer sehr gewerbesteuerliche günstige Städte (Gewerbesteueroasen) aussuchen. In der Stadt, in der aber produziert wird, müsste so gar keine Gewerbesteuer gezahlt werden.

 

Beispiel: Eine Tischlerei verkauft ausschließlich die eigenen Produkte online. Die Tischlerei produziert in Wittenberge mit 50 Mitarbeitern die Möbel. Der Verkauf erfolgt aus einer anderen Betriebstätte in Zossen. Dort arbeiten nur 5 Mitarbeiter.
Damit hat die viel größere Betriebstätte Wittenberge gar kein Umsatz und auch keinen Gewinn. Der gesamte Umsatz wird ausschließlich in Zossen erzielt.

Die Aufteilung (Zerlegung) erfolgt deshalb – wie oben bereits gesagt – über die Lohnsumme.
 

Hinweis: Natürlich ist die Aufteilung über die Lohnsummen auch nicht viel gerechter.

 

Rechtliche Aspekte

  1. Bestehen mehrerer Betriebsstätten, ist eine Aufteilung vorzunehmen § 12 S.1 i.V.m. S.1 Nr. 1 AO
  2. Es ist der Gewerbesteuermessbetrag zu zerlegen § 28 (1) S.1 GewStG.
  3. Die Zerlegung erfolgt nach über die Arbeitslöhne § 29 (1) Nr. 1 GewStG.
  4. Wenn das Unternehmen keine Kapitalgesellschaft ist, muss für den Unternehmer ein kalkulatorischer Unternehmerlohn von 25.000 € der Betriebstätte zugerechnet werden, in der die Geschäftsführung erfolgt.
  5. Auf den zerlegten Gewerbesteuermessbetrag ist der Hebesatz der Stadt / Gemeinde anzuwenden § 16 GewStG

 

 Beispiel einer Zerlegung
 

Die Tischlerei hat einen gewerbesteuerlichen Gewinn von 2.000.000 €. In der Betriebstätte Wittenberge Arbeiten 50 Mitarbeiter, für jeweils 2.300 € monatlich und in der Betriebsstätte Zossen 5 Mitarbeiter für 2.500 €. Der Inhaber hat sein Büro in Wittenberge.

 

Ermittlung des Gewerbesteuerhebesatzes:
2.000.000 €         gewerbesteuerlicher Gewinn (Gewerbeertrag)
- 24.500 €           Freibetrag (nicht bei Kapitalgesellschaften)
= 1.975.500 €
x 3,5 %               Gewerbesteuermesszahl
= 69.142,50 €    Gewerbesteuermessbetrag

 

Lohnsummenaufteilung:
Wittenberge
50 Mitarbeiter x 2.300 € je Monat x 12 Monate = 1.380.000 €

Zusätzlich sind 25.000 € zuzurechnen, weil die Geschäftsführung in Wittenberge ist.
Damit liegt die Lohnsumme für Wittenberge bei 1.405.000 €.

 

Zossen
5 Mitarbeiter x 2.500 € je Monat x 12 Monate = 150.000 €.

 

Aufteilung des Gewerbesteuermessbetrags:

Stand: 14.12.2017

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