Umsatzsteuer-Voranmeldung

 

 

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist eine Steuererklärung. Jeder Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtige Umsätze hat und im Vorjahr mehr als 1.000 Euro Umsatzsteuer an das Finanzamt gezahlt hat, muss Umsatzsteuer-Voranmeldungen beim Finanzamt einreichen.

 

Warum gibt es die Umsatzsteuer-Voranmeldung?

Durch die Umsatzsteuer-Voranmeldung muss der Unternehmer bereits im laufenden Jahr die Umsatzsteuer anmelden und an das Finanzamt abführen. Damit bekommt der Staat die Umsatzsteuer nicht erst, wenn die Umsatzsteuerjahreserklärung eingereicht wurde.

 

Wie oft muss eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgegeben werden?

Wie oft die Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben werden muss, ist anhängig davon, wie viel Umsatzsteuer (Umsatzsteuerzahllast) im Vorjahr gezahlt wurde.
 

1. bis 1.000 €: Keine Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung.

2. über 1.000 €: Quartalsweise Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung.

3. über 7.500 €: Monatliche Abgabe er Umsatzsteuer-Voranmeldung.

 

Bei neugegründeten Unternehmen muss eine Umsatzsteuervoranmeldung immer für die nächsten 2 Jahre monatlich vorgenommen werden.
 

Kleinunternehmer müssen natürlich keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen, da diese umsatzsteuerfrei sind. Das gleiche gilt für Unternehmer, die ausschließlich umsatzsteuerfreie Leistungen erbringen – wie z.B. Ärzte. Diese Unternehmen und auch Kleinunternehmer müssen aber trotzdem immer eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben.

 

Warum muss zusätzlich eine Umsatzsteuererklärung eingereicht werden?

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist zwar selbst eine Steuererklärung, trotzdem muss zusätzlich immer eine Umsatzsteuerjahreserklärung eingereicht werden. Eigentlich sollten sich die Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die Umsatzsteuererklärungen immer decken. Bedeutet: Alle Umsatzsteuer-Voranmeldungen des Jahres sollten die Umsatzsteuererklärung ergeben. Tatsächlich gibt es aber fast immer Abweichungen, da erst im Jahresabschluss bestimmte umsatzsteuerrelevante Vorgänge richtig berücksichtigt werden können.

 

Achtung: Die Abweichung zwischen den Umsatzsteuer-Voranmeldungen eines Jahres und der Umsatzsteuererklärung desselben Jahres sollte nicht zu hoch sein. Bei hohen Abweichungen prüft das Finanzamt gerne mal nach, warum es zu einer so hohen Abweichung gekommen ist. Eine hohe Abweichung kann eine Betriebsprüfung auslösen.

 

Wann ist die Umsatzsteuer-Voranmeldung einzureichen?

Die Fristen sind enorm kurz. Bereits 10 Tage, nachdem der Anmeldezeitraum abgelaufen ist, muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt eingereicht werden. Spätestens 3 Tage später muss das Geld beim Finanzamt auf dem Konto sein.

 

Beispiel: Der Unternehmer hatte im Vorjahr 25.000 € an Umsatzsteuern an das Finanzamt gezahlt.
Die Abgabe für den Monat Januar 2018 muss deshalb zum 10. Februar erfolgen. Ausnahmsweise ist allerdings die Abgabe im Februar erst am 12.10.2018 notwendig, weil der 10. Februar ein Samstag ist.

 

Da diese 10-Tagesfrist sehr kurz ist, kann eine Dauerfristverlängerung beantrag werden. Dann muss der Unternehmer die Umsatzsteuer-Voranmeldung immer erst einen Monat später abgeben.
Also für den Januar 2018 am 10. März 2018.

 

Hinweis: Es ist dann aber eine Sondervorauszahlung an das Finanzamt zu leisten.

 

!Umsatzsteuer-Voranmeldung Werte schätzen!

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist eine Steuererklärung. Die Werte, die in dieser Umsatzsteuer-Voranmeldung eingetragen werden, dürfen niemals geschätzt werden. Gerade wenn die Zeit eng wird und die Abgabefrist abläuft, greifen viele Unternehmen auf die geschätzten Werte zurück. Selbst bei Steuerberatern ist so etwas häufiger anzutreffen.

 

Diese Art der Ermittlung ist unzulässig und oft sogar eine Straftat. Wird nämlich die Umsatzsteuer zu niedrige geschätzt, liegt Steuerhinterziehung vor.

 

Achtung: Angestellte dürfen auch nicht geschätzte Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben. Jeder Angestellte macht sich dabei selbst strafbar. Da Steuerhinterziehung eine Straftat ist, darf so eine Tat auch nicht ausgeführt werden, wenn der Vorgesetzte diese Tat anweist.

 

Wer darf Umsatzsteuer-Voranmeldungen einreichen?

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist immer elektronisch an das Finanzamt zu senden. In Papierform ist die Abgabe nicht mehr möglich.

 

Jeder Unternehmer darf seine eigene Umsatzsteuer-Voranmeldung selbst ermitteln und an das Finanzamt senden. Da für die Anfertigung der Umsatzsteuer-Voranmeldung ein hohes steuerliches Wissen vorhanden sein muss, übernehmen für fast alle Unternehmen  Steuerberater diese Aufgabe.

 

Achtung: Buchführungsbüros dürfen keine Steuererklärungen erstellen. Der Bundesfinanzhof hat das im Urteil vom 07.06.2017 noch einmal festgestellt. Es gibt aber immer wieder Buchführungsbüros, die Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt senden. Erkennt das Finanzamt das eine Buchführungsbüro diese Steueranmeldung vorgenommen hat, weist das Finanzamt diese Anmeldung zurück. Es ist dann keine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgegeben worden.

 

Sogar rückwirkend ist es möglich, dass das Finanzamt die Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen zurückweist. Das kann über viele Jahre erfolgen und für den Unternehmer sehr teuer werden. Es entstehen dann nämlich Verspätungszuschläge.

 

 

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Gunnar Will

Steuerberater

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