Option

Im Steuerrecht spricht man von Option, wenn sich Steuerpflichtige für etwas entscheiden darf, ob er etwas anwendet oder nicht.

 

Eine Vielzahl an Optionen bietet das Umsatzsteuerrecht.

 

§ 1a (4) UStG: Unternehmen, die im Umsatzsteuerrecht als besondere Unternehmer angesehen werden (z.B. Ärzte) brauchen sich normalerweise nicht um den Innergemeinschaftlicher Erwerb zu kümmern. Sie können aber optieren und trotzdem den innergemeinschaftlichen Erwerb nutzen. Das ist immer dann sinnvoll, wenn der Umsatzsteuersatz im Inland geringer ist als im Ausland, aus dem die gelieferte Ware stammt.

 

§ 3c UStG: Die sogenannte Versandhandelsregelung ist nur dann anzuwenden, wenn eine bestimmte Lieferschwelle überschritten wird. Unterhalb der Lieferschwelle wird der Gegenstand in dem Land besteuert, aus dem erstammt. Auf diese Anwendung kann der Unternehmer verzichten und im Bestimmungsland (das Land in das die Ware geliefert wird) den Gegenstand besteuern.

 

§ 9 UStG: Der Unternehmer kann auf bestimmte Steuerbefreiungen verzichten. Dadurch kann er den Vorsteuerabzug vornehmen.
Beispiel: Die Vermietung von Gebäuden ist steuerfrei. Wird an einen Unternehmer vermietet, kann durch Option auf diese Steuerbefreiung verzichtet werden. Dann kann der Vermieter aus allen Rechnungen die Vorsteuer vom Finanzamt erstattet bekommen.

 

§ 13 UStG: Anwendung der Ist-Versteurung, statt der Regelbesteuerung (Soll-Versteuerung).

 

§ 19 UStG: Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung.

 

§ 25a (4) UStG: Bei der Differenzbesteuerung werden gebrauchte Waren, die zum Wiederverkauf bestimmt sind, nur durch die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis besteuert. Durch Option wird auf diese Sonderregelung verzichtet. Die Besteuerung wird dann nach den allgemeinen Regeln des Umsatzsteuergesetzes vorgenommen.

 

Auch andere Steuergesetze bieten Optionen. So kann sich z. B ein Arbeitgeber dazu entscheiden, bestimmte Lohnbestandteile pauschal zu besteuern (§ 37 b EStG).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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