Hotel (Umsatzsteuer)

 

 

Leistungen, die ein Hotel erbringt, sind umsatzsteuerpflichtig. Dabei gilt, die Übernachtung wird mit 7 % besteuert und alle anderen Leistungen mit 19 %. Das Problem ist, dass genau abgrenzt werden muss, welche Leistungen vorliegen.
Für das Hotel ist die Abgrenzung deshalb so wichtig, weil nur so die richtige Höhe der Umsatzsteuer ermittelt werden kann. Genauso wichtig ist diese Aufteilung für Gäste des Hotels, wenn diese Unternehmer sind. Der Vorsteuerabzug ist nur dann möglich, wenn eine ordentliche Rechnung vorliegt, in der die Leistungen einzeln aufgeführt sind und die dazugehörigen Umsatzsteuersätze ausgewiesen sind.

 

Übernachtung mit Frühstück

Besonders problematisch ist die Aufteilung, wenn in der Übernachtung das Frühstück mit enthalten ist. Das Hotel sollte in so einem Fall die Übernachtung und das Frühstück einzeln auf der Rechnung aufführen. Nur so kann der Gast den Vorsteuerabzug vornehmen, wenn er Unternehmer ist. 

 

Langfristige Vermietung

Für Hotels und Pensionen lauert bei der langfristigen Vermietung eine Steuerfalle (eigentlich sind es sogar zwei Steuerfallen).
  
Wir ein Wohnraum langfristig vermietet, ist die Vermietung automatisch umsatzsteuerfrei. Bei einem Hotel kommt das nur sehr selten vor. Der Gesetzgeber sieht als langfristig nämlich eine Vermietung von mehr als 6 Monaten an denselben Mieter an. Allerdings kann es sehr wohl vorkommen, dass z.B. Pensionen langfristig an Bauarbeiter vermieten. Ist von vornherein geplant, dass die Vermietung länger als 6 Monate sein wird, tritt auch für Pensionen und Hotel die steuerfreie Vermietung ein.

 

Die steuerfreie Vermietung ist gerade für Vermieter, die zuvor steuerpflichtig vermietet haben, aber problematisch. Denn wenn eine steuerfreie Vermietung plötzlich eintritt, muss der Vermieter eventuell eine Vorsteuerberichtigung (§ 15a UStG) vornehmen. Das bedeutet, dass Umsatzsteuer die das Finanzamt erstattet hat, anteilig zurückgezahlt werden muss.

 

Beispiel: Der Hotelier Reich lässt ein neues Hotel für 1.000.000 € + 19 % Umsatzsteuer (190.000 €) errichten. Das Hotel hat 30 Zimmer. Da Hotels umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringen, erstattet das Finanzamt die Umsatzsteuer in Höhe von 190.000 € vollständig.

 

Nachdem das Hotel bereits 3 Jahre betrieben wurde, werden 2 Zimmer an das Bauunternehmen Zimmermann für 1 Jahr vermietet. Da diese Vermietung langfristig ist und damit automatisch umsatzsteuerfrei ist, muss eine Vorsteuerberichtigung erfolgen.
 

Hinweis: Eine Vorsteuerberichtigung ist innerhalb von 10 Jahren notwendig, nachdem das Hotel errichtet wurde.   

 

Für das 4. Jahr muss also eine Vorsteuerberichtigung erfolgen.

 

190.000 €
: 10 Jahre
= 19.000 €
: 30 Zimmer
x 2 Zimmer
= 1.266 €

 

Es sind deshalb im vierten Jahr 1.266 € Vorsteuer an das Finanzamt zurückzuzahlen.

 

Hinweis: Die Berechnung ist stark vereinfacht. Das Beispiel wurde mit der Anzahl der Zimmer berechnet. Tatsächlich müsste die Berechnung über die Quadratmeter des Hotels erfolgen.  

 

Allerdings kann der Vermieter eventuell optieren und steuerpflichtig vermieten. Das ist oft sogar sinnvoll. Denn schließlich kann der Mieter, wenn er selbst Unternehmer ist, die Umsatzsteuer abziehen und es entsteht gar kein höherer Mietpreis.

 

Beispiel: Das Hotel vermietet ein Zimmer langfristig für ein Jahr für 18.000 € (täglich sind das 50 €) umsatzsteuerfrei.

 

Durch die Option zur Umsatzsteuerpflicht erhöht sich die Miete um 19 % auf 21.420 €.
Wenn der Mieter aber Unternehmer ist, bekommt er die Umsatzsteuer (3.420 €) vom Finanzamt wieder und zahlt damit tatsächlich auch nur 18.000 €. Dem Hotel bleibt aber die Vorsteuerberichtigung erspart.

 

Wie bereits angedeutet, gibt es noch eine zweite Steuerfalle. Erkennt das Hotel nämlich nicht das eine langfristige Vermietung vorliegt, wird das Hotel das Zimmer mit 7 % Umsatzsteuer besteuern. Wie bereits beschreiben, ist die langfristige Vermietung aber steuerfrei. Dadurch das aber 7 % in Rechnung gestellt wurden, sieht das Finanzamt darin bereits eine Option auf steuerpflichtig Vermietung. Diese Option löst aber nicht 7 % - sondern 19 % Umsatzsteuer aus. Bei einer Betriebsprüfung wird das auffallen und das Finanzamt verlangt die restlichen 12 % Umsatzsteuer.  

 

Hinweis zur Option: Eine Option ist nur möglich, wenn der Mieter ein Unternehmer ist und der Unternehmer selbst umsatzsteuerpflichtige Umsätze erzielt. Mieten also die Angestellten eines Bauunternehmers selbst das Hotelzimmer an, kann keine Option erfolgen. Die langfristige Vermietung ist dann immer umsatzsteuerfrei.

Hier finden Sie uns

Dipl.-Betriebswirt (FH)

Gunnar Will

Steuerberater

Lenzener Straße 53

19322 Wittenberge

 

Kontakt

rufen Sie einfach an:

03877 1209655

0174 7905908

 

oder schreiben uns eine E-Mail:

info@stbwill.de

 

 

Unsere Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag08:30 - 12:00
13:00 - 16:30
Freitag08:30 - 12:00
13:00 - 14:00
sowie nach Vereinbarung (0174-7905908)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Steuerberater Gunnar Will