Abgeltungsteuer

Die Abgeltungsteuer wird auf Kapitalerträge (z. B. Zinsen und Dividenden) erhoben. Der Steuerabzug ist durch den leistenden Unternehmer (z. B. die Bank) vorzunehmen. Der Leistungsempfänger (der Kunde) muss deshalb diese Kapitalerträge nicht mehr selbst versteuern.

 

 

Zinsen von Banken

 

Alle inländischen Banken müssen die Abgeltungsteuer abziehen und abführen. Dem Bankkunden wird der Zinsertrag ohne Steuer ausgezahlt. In der Einkommensteuererklärung müssen diese Zinsen nicht mit angegeben werden. Freiwillig kann jeder diesen Zinsertrag aber trotzdem angeben.

 

 

Dividenden von Kapitalgesellschaften

 

Genauso wie Banken, müssen auch Kapitalgesellschaften die Abgeltungsteuer und den Solidaritätszuschlag einbehalten und an das Finanzamt abführen, wenn Dividenden ausgezahlt werden.

 

Ausnahme: Verdeckte Gewinnausschüttungen werden meistens erst durch eine Betriebsprüfung (Außenprüfung) durch das Finanzamt festgestellt. Die Kapitalgesellschaft hat deshalb die Abgeltungsteuer nicht einbehalten. In dem Fall kann die Kapitalgesellschaft die Nachversteuerung vornehmen oder der Gesellschafter / Aktionär versteuert die verdeckte Gewinnausschüttung selbst, indem dieser Betrag in der Einkommensteuererklärung angegeben wird.

 

 

Höhe der Abgeltungsteuer

 

Von den Kapitalerträgen werden 25 % Abgeltungsteuer einbehalten. Auf diese Abgeltungsteuer werden 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer erhoben.

 

 

Einkommensteuererklärung

 

Kapitalerträge, die mit der Abgeltungsteuer besteuert wurden, müssen nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Solche Kapitalerträge können und sollten aber freiwillig angegeben werden. Liegt der persönliche Einkommensteuersatz nämlich unter 25 %, erstattet das Finanzamt die zu viel gezahlte Steuer. Eine Nachzahlung der Einkommensteuer entsteht nicht. Das Finanzamt muss eine Günstigerprüfung vornehmen. 

 

 

Beispiel

 

Die A-GmbH hat 100.000 Euro Gewinn erwirtschaftet und möchte diese an die Gesellschafter ausschütten.

 

1. Schritt - Besteuerung des Unternehmensgewinns    
Gewinn   100.000 €
Körperschaftsteuer 15 %   - 15.000 €
Solidaritätszuschlag 5,5 %   - 825 €
Gewerbesteuer 14 % *   -14.000 €
Gewinn nach Steuern   = 70.175 €

* Die Höhe der Gewerbesteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich hoch. Durchschnittlich werden ca. 14 % erhoben.


 

2. Schritt - Besteuerung durch die Abgeltungsteuer

   
Gewinn nach Steuern   = 70.175 €
Abgeltungsteuer   17.544 €
Solidaritätszuschlag 5,5%   - 965 €
Ausschüttungsbetrag   51.666 €

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Gunnar Will

Steuerberater

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